Tulpenzwiebel-Spekulation / „Tulpenzwiebel-Wahn“

Preis- und Spekulationsblasen hat es schon immer gegeben. Eine der bekanntesten und zugleich ältesten ist die Tulpenzwiebel-Spekulation bzw. auch „Tulpenzwiebel-Wahn“ zu Beginn des 17. Jahrhunderts.
Auf der Suche nach interessanten Geld-Anlage-Möglichkeiten entdeckten damals viele Holländer die Tulpenzwiebel. Es entwickelte sich ein Tulpenfieber-Wahn. Nahezu jeder wollte mit der Blumenzwiebel Geld verdienen. Selbst Dummheit schadete nicht, solange sich ein größerer Dummkopf fand und die Zwiebeln teurer abkaufte. Die Preise stiegen in abenteuerliche Höhen – bis die Blase platzte. Zum Höhepunkt des Wahnsinns wurden manche Tulpenzwiebeln gegen Grachtenhäuser in Amsterdams bester Lage getauscht.

Tulpenzwiebel-Wahn
Tulpenzwiebel-Wahn

Wie konnte es zu solch einem Irrsinn kommen?
1. Es war genügend Geld im Umlauf, das auf der Suche nach interessanten Investitionsmöglichkeiten war. Vielen Holländern ging es gut: Der Ostindienhandel blühte und die Seeräuberei hatte Hochkonjunktur.
2. Die Tulpenzwiebeln waren knapp. Nur zwei bis drei Zwiebeln entsprossen jährlich der Mutterzwiebel, die selbst nach wenigen Jahren einging. Es dauerte wiederum Jahre, aus Zwiebeln Blumen zu ziehen. So wuchs das Angebot langsamer als die Nachfrage. Wie immer treibt die Kombination aus Knappheit und Begehrtheit die Preise.

Aussicht auf schnellen Reichtum
Für viele Bürger war die Aussicht auf schnellen Reichtum verlockend und so begannen immer mehr mit dem Handeln von Tulpenzwiebeln. Es war weder Wissen noch harte Arbeit nötig: Das Einzige was die Händler brauchten, war Startkapital. Um an dieses zu kommen, belasteten viele ihre Häuser oder verkauften Hab und Gut. Die Preise für seltene Knollen erklommen haarsträubende Höhen.
In vielen Spelunken fanden regelmäßig Auktionen statt. Die Preise kletterten stetig bis 1637. Dann nahm bei einer Auktion in Haarlem das Unheil seinen Lauf. Zum ersten Mal stellte sich kein noch größerer Dummkopf ein. Ein Händler blieb auf seinen Zwiebeln sitzen. Das sprach sich schnell herum. Binnen kurzem brach der Markt komplett zusammen. Niemand wollte kaufen, aber alle verkaufen. Die Preise stürzten ins Bodenlose. Die Blumenzwiebeln fanden somit ihren wahren Wert.
Quelle: SWM AG

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