Fiat-Geld / Fiat-Schuldgeld-System

In einem Fiat-Schuldgeld-System (Fiatgeld: „aus dem Nichts geschöpftes Geld“; fiat (lat.) „es werde“) gleitet die Volkswirtschaft zwangsläufig über einen langen Zeitraum in eine Überschuldungssituation ab, weil die Wirtschaft über Jahrzehnte weniger stark wächst, als die Verschuldung zunimmt. Früher oder später werden die Schuldenlasten erdrückend. Auf den weltweiten Schuldenberg von Stand 2017 217 Billionen Dollar, müssten bei normalen Zinsverhältnissen, etwa 17 Billionen Dollar jährlich an Zinsen gezahlt werden. Das Problem mit den Zinsen: Diese müssen von der realen Wirtschaft erarbeitet werden.

Fiatgeld
Fiatgeld

Dies ist seit einigen Jahren für zu viele Schuldner nicht mehr möglich. Bei normalen Zinssätzen wären
sie zahlungsunfähig. Aber nicht nur viele Schuldner wären zahlungsunfähig, sondern auch viele Gläubiger wären pleite, wenn sie ihre Forderungen als Zahlungsausfälle abschreiben müssten.
Der Ausweg: Die Zentralbanken senken die Zinsen so weit wie möglich und stellen klammen Schuldnern (Banken und Staaten) jede benötigte Geldmenge bereit, um Zahlungsausfälle zu verhindern.
Das aber läuft auf nichts anderes hinaus, als die Kaufkraft des Geldes auszuhöhlen.
Dazu muß man wissen, dass es einmal anders war, als es noch ein durch Gold gedecktes Währungssystem gab. Einen ausführlichen Beitrag dazu finden Sie hier.
Am 15. August 1971 wurden die Währungen dieser Welt durch den damaligen US-Präsidenten Richard Nixon von der Goldbindung gelöst. Seitdem können sie ungehindert vermehrt werden.
Nixons Entscheidung vom 15. August 1971 war eine der weitreichendsten, die ein Politiker im letzten Jahrhundert traf.
Staatsschulden pro Kopf in DeutschlandAls Zwischenergebnis dieser folgenreichen Entscheidung stellen wir heute nach fast 50 Jahren Fiat-Geld-System fest, dass der weltweite Schuldenberg auf mittlerweile 217 Billionen Dollar weltweit angewachsen ist. Die in 2008 offensichtlich gewordene Finanzkrise und der aktuelle weltweite Schuldenstand sind zwangsläufige Folgen des Fiat-Schuldgeld-Systems.
Der genannte Schuldenberg darf nicht getilgt werden, sondern er muss stetig weiterwachsen. Sonst droht der Kollaps des Finanzsystems. Die Folgen wären Unternehmens- und Bankenpleiten, Rezession und Arbeitslosigkeit, Staatspleiten und Verlust der Ersparnisse, falls diese in Forderungspapieren (Kapitalbildenden Versicherungen, Girokonto, Tagesgeld) investiert sind.

Soll das Fiatgeld-System weiterhin funktionieren, so ist es unausweichlich, dass sich fortlaufend neue Schuldner finden oder bisherige Schuldner zusätzlich verschulden. Durch Kredit-Rückzahlungen würde sich die Geldmenge verringern und es würden deflationäre Tendenzen einsetzen, die das Kartenhaus zum Einsturz bringen könnten. Des Weiteren folgt daraus, dass der Schuldenabbau bei einem Wirtschaftsakteur von einem anderen Wirtschaftsakteur kompensiert werden muss.
Quelle: SWM AG

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