Bretton Woods / Bretton-Woods-Vertrag

Im Juli 1944 trafen sich in dem US-Städtchen Bretton Woods die Finanzminister und Notenbank-Chefs von 44 Staaten, um einen Plan für die Nach-Kriegszeit zu erarbeiten. Anders als beim G20-Gipfel Anfang Juli 2017 in Hamburg mit mehreren tausend Teilnehmern, nahmen an den Beratungen in Bretton-Woods weniger als hundert teil. Das Treffen war auch nicht nur für ein paar Stunden angesetzt, sondern man blieb solange im selben Hotel zusammen, bis ein vernünftiges Ergebnis erarbeitet wurde. Nach drei Wochen war es dann soweit:

Bretton Woods
Bretton Woods

Der Vertrag von Bretton Woods zwischen den 44 Teilnehmerstaaten wurde am 22. Juli 1944 geschlossen.
Ziel war, dass nach dem 2. Weltkrieg Europa wieder als Wirtschaftszentrum hergestellt wird. Hierfür sollten unter anderem die Wechselkurse zwischen den Währungen stabil gehalten werden, damit der Welthandel ohne Handelshemmnisse vonstatten gehen kann. Es sollte vor allem verhindert werden, dass es wieder zu einem Abwertungswettlauf zwischen den Nationen kommt, wie es in der Phase zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg der Fall war.
So wurde in Bretton Woods vereinbart, dass der US-Dollar eine mit Gold gedeckte Anker-Währung wird, zu der andere Währungen ein festes Wechselkursverhältnis haben sollen. Des Weiteren wurde das Tauschverhältnis zwischen Dollar und einer Unze (Oz.) Gold auf 35 Dollar festgelegt. Eine Unze entspricht 31,1035 Gramm.
Die amerikanische Notenbank hatte sich damit verpflichtet, Gold zum Preis von 35 Dollar pro Unze unbegrenzt zu kaufen oder zu verkaufen. Gleichzeitig war damit der Goldpreis in US-Dollar für Jahrzehnte festgelegt und jeder konnte 35 Dollar gegen eine Unze Gold eintauschen.

Am 15. August 1971 ließ der damalige US-Präsident Richard Nixon (1913-1994) in einer Fernsehansprache an sein Volk auch die übrige Welt ausdrücklich wissen, dass sich die USA von nun an weigern würden, den Dollar in Gold umzutauschen.
Er brach damit den Vertrag von Bretton Woods und beraubte viele Staaten ihres Gold-Anspruchs, denn vertragsgemäß hielten die Staaten zwischen 1944 und 1971 als Währungsreserven kein Gold, sondern Dollar mit einem Herausgabe-Anspruch auf Gold. Nixon löste mit seiner Entscheidung somit nicht nur den Dollar vom Gold, sondern auch sämtliche andere Währungen.
Als sich Nixon entschloss, den 27 Jahre lang bestehenden sogenannten Gold-Dollar-Standard einfach zu brechen, war der Dollar von einer Sekunde auf die andere nicht mehr mit Gold, sondern mit Schulden gedeckt.
Das war die Geburt eines neuen Geld-Systems – dem Fiat-Schuldgeld-System. Geld hat seit August 1971 keinen inneren Wert mehr, sondern besteht nur noch aus Schulden und kann von den Notenbanken beliebig vermehrt werden.
Quelle: SWM AG

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