Bail-in / Bail-out

Definition Bail-in
„Bail-in“ ist eine ziemlich neue Wortschöpfung. Sie bezeichnet die zwangsweise Enteignung von Bankguthaben, um die Insolvenz einer notleidenden Bank zu verhindern. Erstmals hörten wir von „Bail-in“ im Zusammenhang mit der „Zypern-Rettung“ im März 2013.

Geltendes Recht seit 1.1.2016
Am 1. Januar 2016 ist die europäische Bankenabwicklungs-Richtlinie (BRRD – Bank Recovery and Resolution Directive) in Kraft getreten. Damit ist das Prinzip des „Bail-in“ innerhalb der gesamten EU geltendes Recht. Vereinfacht ausgedrückt: In der EU haften jetzt Bankkunden mit ihrem Kontoguthaben für „ihre Bank“, wenn diese in Schieflage gerät.

Bail-out
Das Gegenstück zum „Bail-in“ ist der „Bail-out“. Als das globale Finanzsystem 2008/2009 in sich zusammenzustürzen drohte, wurden die größten Finanzinstitutionen der Welt von ihren Regierungen mit dem Geld der Steuerzahler gerettet. Diese Geldtransfers von hunderten Milliarden Euros und Dollars waren im eigentlichen Sinne gigantische Vermögensumverteilungen – weg von der arbeitenden Bevölkerung (Steuerzahler), hin zu den wohlhabenden Inhabern großer Finanzeinrichtungen. Der Vorgang wurde als „Bail-out“ bezeichnet.