Auf der Suche nach besserem Geld

Die Finanzkrise wurde ab 2008 für jedermann offenbar. Auf der Suche nach einer sicheren Währung tauschten viele Menschen ihr Geld in Gold und Silber, denn das sind die seit Jahrtausenden bewährtesten Währungen der Welt, die jede Krise erfolgreich überstanden haben.

Auf der Suche nach besserem Geld, entwickelten zudem Software-Spezialisten in den letzten Jahren sogenannte kryptische Währungen bzw. Kryptowährungen. Diese erfuhren zum Erstaunen vieler (unbeteiligter) Beobachter in den letzten Jahren extreme Wertsteigerungen.

Der Bitcoin - das bessere Geld?
Der Bitcoin – das bessere Geld?

Die bekannteste Kryptowährung mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 71 Milliarden Dollar ist der Bitcoin. Im Jahr 2010 war der Preis für einen Bitcoin 0,08 Dollar. Im Dezember 2011 hatte er etwa 3,75 Dollar gekostet. Unter großen Schwankungen stieg der Preis auf ein Niveau von ca. 4.700 Dollar (Stand 01.09.2017). Allein im August 2017 ist der Preis um rund 70 Prozent gestiegen!

Wer in 2010 einhundert Euro eingesetzt hätte, konnte sich damals rund 1.700 Bitcoins kaufen. Diese haben heute einen Wert von über 6 Millionen Euro! So ist es kein Wunder, dass die Gier nach Kryptowährungen zunimmt und dass diese wie Pilze aus dem Boden schießen. Mittlerweile gibt es schon über eintausend verschiedene. Die bekanntesten sind derzeit Bitcoin, Ethereum, Ripple und Litecoin.

Wenn Datensätze, die eigentlich nichts wert sind, als Währungen bezeichnet werden und der Wert von 100 Euro innerhalb von sieben Jahren auf über 6 Millionen Euro steigt, dann kommt einem natürlich sofort der Tulpenzwiebel-Wahn zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Sinn. So muss es zwar nicht unbedingt bei Bitcoins und den anderen Kryptowährungen enden, aber ausgeschlossen ist das nicht. Beispielsweise, wenn Staaten die kryptischen Währungen verbieten.

Unser Fiat-Schuldgeld ist staatliches Monopolgeld und bisher haben Regierungen immer eingegriffen, wenn Bürger bessere Währungen entwickelt hatten. Das kam in der Vergangenheit schon häufig vor. Fiat-Schuldgeld, als gesetzliches Zahlungsmittel, ist langfristig immer schlecht für die Bürger, denn es verliert im Laufe der Zeit ständig an Kaufkraft. Es gäbe wesentlich intelligentere und gerechtere Lösungen.

Die Faktoren, die zum Preisanstieg der Bitcoins führten, sind die gleichen wie damals bei den Tulpenzwiebeln. Geld ist reichlich vorhanden und das Angebot an Bitcoins ist begrenzt. Die Software sieht vor, dass die Höchstgrenze dieser Kryptowährung bei 21 Millionen Bitcoins liegt. Bis Mitte 2017 wurden etwas mehr als 16,4 Millionen Bitcoins produziert und aktuell können täglich nur noch 1.800 hinzukommen.

Von den mehr als tausend Kryptowährungen werden sich 99 Prozent als Eintagsfliegen erweisen und auch ohne staatliche Verbote in ein paar Jahren nicht mehr existieren, weil sie im alltäglichen Wirtschaftsleben vermutlich nicht zum Einsatz kommen werden.

Hat Bitcoin eine Überlebenschance?

Bitcoin ist die bekannteste Kryptowährung und hat auch die größte Marktkapitalisierung. Aus diesem Grund hätte Bitcoin gegenüber den anderen Kryptowährungen etwas bessere Chancen, sich durchzusetzen. Aber wie wir in den letzten Jahren gesehen haben, heißt das heutzutage bei der schnellen (technischen) Entwicklung nicht viel. Die ersten Suchmaschinen-Marktführer kennt heute kaum noch jemand. Google kam erst später auf den Markt und hat sie alle überholt. Ein ähnliches Schicksal könnte auch den Bitcoin-Haltern blühen.

Beim Fiat-Geld ist Sand im Getriebe...
Beim Fiat-Geld ist Sand im Getriebe…

Einige Staaten haben schon Regulierungs- und Besteuerungsvorschriften erlassen, um die Attraktivität der Kryptowährungen gegenüber dem staatsmonopolistischen „Fiat-Geld“ abzuschwächen. Beispielsweise ist in Deutschland der Verkauf des Bitcoins, steuerrechtlich ein Veräußerungsgeschäft. Wenn Sie vor ein paar Monaten den Bitcoin für 1.000 Euro erworben haben und jetzt für 3.600 Euro verkaufen, beträgt der zu versteuernde Gewinn 2.600 Euro. Ein zu versteuernder Veräußerungsgewinn fällt natürlich auch jedes Mal an, wenn Sie mit Bitcoin etwas kaufen. Wer Bitcoins zum Bezahlen einsetzt, muss also sehr genau Buch führen, sonst bekommt er Ärger mit dem Finanzamt. Diejenigen, die behaupten Kryptowährungen wären anonyme Zahlungsmittel, haben das deutsche Steuerrecht vergessen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

Handelt es sich bei den Kryptowährungen um eine ernstzunehmende Entwicklung oder nur um eine kurzlebige Modeerscheinung?

  1. Derzeit macht der Bitcoin-Markt den Bitcoin-Besitzern sicherlich jede Menge Spaß. Der Kurs wird von den Spekulanten fieberhaft in die Höhe getrieben und mit jedem neuen Preisniveau werden die Verfechter der Kryptowährung wagemutiger und aggressiver. Der Preisexzess hat schon Dimensionen des Tulpenzwiebel-Wahns angenommen, aber er könnte durchaus noch eine Weile weiterlaufen. Alleine der Bitcoin bringt es aktuell auf einen Marktwert von 71 Milliarden Dollar. Das ist schon enorm, wenn man bedenkt, dass es sich bei einem Bitcoin letztlich um digitale Rechenergebnisse handelt, die keine real existierende Deckung besitzen. Das Argument mit der fehlenden Deckung trifft natürlich auch beim „normalen“ Geld, dem Fiat-Schuldgeld zu. Aber Euro, US-Dollar oder Schweizer Franken sind gesetzliche Zahlungsmittel und jeder Händler ist verpflichtet, diese anzunehmen.
  2. Der freie Markt hat in der Vergangenheit schon mehrfach besseres Geld im Vergleich zum staatlichen Fiat-Geld, das zwangsläufig immer an Kaufkraft verliert und in einer Überschuldung endet, hervorgebracht. So ist es durchaus möglich, dass manche Kryptowährung besseres Geld wäre. Die entscheidende Frage ist aber: Werden die Regierungen diese neuen „Währungen“ verbieten? Dann würde ihren Besitzern vermutlich das gleiche Schicksal blühen, wie den holländischen Tulpenzwiebeln-Händlern.
  3. Obwohl die Kryptowährungen als alternative Zahlungsmittel konzipiert sind, spielt dieser Aspekt in der Realität so gut wie keine Rolle. Warum sollte man irgendeine Ware oder Dienstleistung mit Bitcoin bezahlen? Es ist ja nicht so, dass die bisherigen Methoden problematisch wären. Und wer hat schon Lust, immer erst den Wechselkurs zu überprüfen? Bei der extremem Volatilität ist das aber ein Muss. Und wer hat schon Lust, für jeden Zahlungsvorgang genau Buch zu führen und den jeweils erzielten Veräußerungserlös zu berechnen? Ebenfalls ein Muss, wenn man in Frieden mit seinem Finanzamt zusammenleben möchte.
  4. Vielleicht ist die fehlende Verankerung in der Realwirtschaft der Hauptgrund dafür, dass die Zentralbanken und Regierungen dem Treiben bisher nur zusehen. Ansonsten hätten sie allen Grund zur Intervention. Denn in dem Maße, in dem eine alternative Währung auch als Zahlungsmittel dient, wird die Interessensphäre von Regierungen und Notenbanken angegriffen.

    So sah die Seite der Bitcoin-Plattform nach der Sperrung aus.
    So sah die Seite der Bitcoin-Plattform BTC-e nach der Sperrung aus.
  5. Weit verbreitet ist das Gerücht, Kryptowährungen wären anonyme Zahlungsmittel. Dem widerspricht das deutsche Steuerrecht. Mit Kryptowährungen erzielte Veräußerungserlöse sind steuerpflichtig und vorbei ist es mit der Anonymität. Auch ein vor wenigen Tagen bekannt gewordener Fall zeigt, dass sich die Behörden sehr für die Nutzer der Kryptowährungen interessieren. Entsprechende Tauschbörsen sind verpflichtet, die Identität ihrer Nutzer festzuhalten. BTC-e, eine Tauschbörse für Kryptowährungen, wollte das nicht einsehen und wurde kurzerhand vom Netz genommen (vgl. Foto). Wer dort seine Kryptowährungen gespeichert hatte, kann seitdem nicht mehr auf sein neues Geld zugreifen.
  6. Ist die digitale Währung wirklich so sicher, wie alle Bitcoin-Halter glauben? Hackern ist es in 2013 gelungen, von der japanischen Bitcoin-Börse Mt. Gox 630.000 Bitcoins zu stehlen. Der Fall erregte allgemeines mediales Interesse. Die Diebe konnten bis heute nicht ermittelt werden, trotz der viel gelobten Blockchain-Technologie. Der aktuelle Wert des Diebesguts beträgt immerhin 2,7 Milliarden USD.

Aus all diesen Ereignissen und Erkenntnissen heraus bleiben wir bei unserer Meinung, dass an Edelmetallen als sichere Währung kein Weg vorbeiführt.

Das Fiat-Geld beschert denjenigen Verluste, die auf seine Werthaltigkeit vertrauen – entweder durch Kaufkraftverlust oder Zahlungsausfälle. Kryptowährungen könnten von Regierungen jederzeit verboten werden. Über ihnen schwebt somit das Totalverlust-Risiko.

Edelmetalle, insbesondere Gold und Silber, sind dagegen die seit Jahrtausenden bewährten, schuldenfreien Währungen, die jede Krise erfolgreich überstanden haben. Deshalb bietet die SWM AG, ein ausgewiesener Spezialist in Sachen Edelmetall-Rohstoffverwaltung, den „Strategic Eternal Value“, kurz SEV, an. Dabei handelt es sich um ein aktiv gemanagtes Edelmetall-Rohstoffdepot.

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